Verhinderungs-(Betreuer)

Erwachsene, deren körperliche und geistige Kräfte nachgelassen haben, die psychisch oder anderweitig schwerwiegend beeinträchtigt sind und deshalb ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr erledigen können, haben ein Anrecht auf so genannte rechtliche Betreuung. Jeder kann beim zuständigen Amtsgericht eine Betreuung für eine dritte Person anregen. Dieser wird Rechnung getragen, wenn eine richterliche und ärztliche Anhörung erfolgt ist und zum Ergebnis hat, dass die Einrichtung einer Betreuung notwendig ist.

Der Staat ist jedoch um Kostenvermeidung bemüht, und so berät die Betreuungsstelle des Landkreises Harburg, Tel. 04171/693-621, E-Mail u.trost@lkharburg.de, zu den Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenvergütung sowie der Übernahme einer ehrenamtlichen rechtlichen Betreuung. Tatbestand ist jedoch, dass gerade Angehörige oftmals aufgrund räumlicher Entfernung eine Betreuung gar nicht übernehmen könnten oder damit überfordert wären und das haftungsrechtliche Risiko auch nicht tragen wollen. So findet sich auch meist selten ein ehrenamtlicher Betreuer, und die Regel ist eher, dass ein Berufsbetreuer bestellt wird, entweder durch die Betreuungsstelle oder in dringenden Fällen auch durch das Gericht selbst.

Ein Betreuer sollte eine vielfältige Lebenserfahrung haben und qualifiziert sich in der Regel durch die Teilnahme an einem entsprechend anerkannten Lehrgang, den auch ich absolviert habe. Wenngleich ich seit Januar 2011 zeitweise im Betreuungsbüro meiner Ehefrau mitarbeite, hat diese bisher allein Betreuungsaufträge entgegen genommen, denn Betreuungen laufen meist über längere Zeiträume und denen stehen meine beruflichen Reisen in anderen Bereichen entgegen. Mein Schwergewicht liegt somit auch auf einzelnen Nachlasspflegschaften, Testamentsvollstreckungen und Verfahrenspflegschaften im Betreuungsbereich.

Jedoch übernehme ich in Notfällen, wo dringend ein Berufsbetreuer gesucht wird, so genannte Verhinderungsbetreuungen, auch bekannt als Ersatz- oder Ergänzungsbetreuungen. Verhinderungsbetreuer werden in einigen Fällen zeitlich begrenzt benötigt, beispielsweise wenn der eigentliche Betreuer in eigener Person ein Rechtsgeschäft (z. B. ein Kauf- oder Mietvertrag) mit dem Betreuten nicht abschließen darf oder wenn es sich um ein Rechtsgeschäft zwischen seinem Betreuten und seinem Ehegatten, Lebenspartner oder Verwandten handelt. Es gibt aber auch andere Situationen, beispielsweise die tatsächliche Verhinderung durch Krankheit oder Urlaub. Der ernannte Betreuer darf bei Urlaub seine Aufgaben nicht von sich aus auf einen Vertreter übertragen, dies geschieht immer durch das Gericht.